Die Eckdaten der Firmengeschichte:1838 – 1933: Die Gründung der Baumschule
1838 Firmengründung durch Pierre Halopé: eine Gärtnerei mit Gartenbaumschule in Angers.
1872 Nach Einheirat nennt sich die Firma Minier-Halopé. Hauptkulturen: zunächst Moorbeetpflanzen wie Camellia, Rhododendron, Azaleen und schliesslich Sortimentserweiterung.
1918 Umbenennung in Firma Minier, Weiterentwicklung und Produktion von Jungpflanzen.
1933 – 1978: Betriebserweiterung durch Robert Minier
1933 Ausgangseckdaten: 20 ha Kulturfläche, 45 Arbeitskräfte.
Bis Mitte der 50er Jahre: Entwicklung der Vermehrungstechniken und Ausdehnung der Jungpflanzenkultur.
1968 Anfänge der Containerkultur und Verkauf an Gartencenter.
1973 Das Mutterpflanzenquartier wird in La Ménitré angelegt.
1978 Betriebserweiterung auf 250 ha Kulturfläche, 270 Arbeitskräfte.
1980 – bis heute: Aktuelle Betriebsentwicklung
1980 Ansiedlung der Verwaltung und einiger Kulturbereiche in Beaufort-en-Vallée.
1981 Verkauf des Familienbetriebs Minier an die Finanzfirma SAFI.
1985 Übernahme der Baumschule Lepage. Der Verkauf von Fertigware an Gartencenter wird zur Hauptaktivität.
1997 Verkauf der Baumschule Minier an die Agrarkooperative CAVAL, die nach Fusion TERRENA genannt wird.
2002 Bau eines neuen Verladezentrums in Beaufort-en-Vallée.
Die Firmengeschichte im Detail...
Die Pioniere

Zeichnung von Campsis grandiflora
Im Anjou liegt die Wiege der französischen Baumschule, die über die Jahrhunderte mit der zunehmenden Begeisterung der Schlossherren im Loire-Tal für seltene Zierpflanzen wuchs. Bereits im 15. Jahrhundert liess König René Zier- und Obstgärten anlegen.
Die Vorliebe für die Gartenkunst wird in den folgenden Jahrhunderten von den Adeligen weiterkultiviert. Ab dem Jahr 1726 beauftragen sie Schiffskapitäne, neue Samen und Pflanzen von ihren Expeditionsfahrten mitzubringen. Durch den nahe gelegenen Hafen in Nantes konnten so eine Vielzahl von exotischen Gehölzen, wie zum Beispiel Magnolia grandiflora 'Galissonière' eingeführt und angesiedelt werden.
Im 17. Jahrhundert finden die ersten Vermehrungen von Pflanzen für den Verkauf statt.
Vor diesem geschichtlichen Hintergrund gründet Pierre Halopé 1838 die erste Gärtnerei in Angers. Damals belief sich die Hauptaktivität des Unternehmens Halopé auf den Verkauf von Ziergehölzen, Zwiebeln und Samen. Moorbeetpflanzen werden ab 1856 ins Sortiment mit aufgenommen.

Kataloge des Unternehmens
aus den Jahren 1912, 1925 und 1934
1872 verheiratet sich Elisabeth Halopé mit Edouard Minier, der als Meister in der Baumschule André Leroy angestellt war. Das Unternehmen wird von nun an unter dem Namen Minier-Halopé geführt. Durch den Erwerb von weiteren Quartieren kann die Kulturfläche erweitert werden. Ab 1890 wird der Geschäftssitz weiter südlich von Angers verlegt.
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts spezialisiert sich Edouard Minier auf die Ausdehnung der Moorbeetkulturen wie Camellien, Azaleen, und Rhododendron. Schliesslich veranlasst ihn die belgische Konkurrenz, das Kulturspektrum zu erweitern. Der Katalog aus dem Jahr 1912-1913 bietet ein vollständiges Sortiment an Fertig- und Jungware von Zierpflanzen und Obstbäumen, sowie Hortensien, Stauden und Blumenzwiebeln an.
Doch der strenge Winter von 1917 verursacht einen Totalausfall der Moorbeet-Solitärs, die bis dahin die Basis der Baumschule bildeten.
1918 übernimmt Edouards Sohn, Marcel Minier, die Baumschule, die er nach seinem Namen umbenennt: «Gärtnerei und Baumschule Marcel Minier». Um in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg der steigenden Nachfrage an Pflanzen für Parks und Gärten gerecht zu werden, setzt Marcel auf die Ausdehnung der Jungpflanzenproduktion.
Der Aufschwung
Im Jahr 1933 übernimmt Robert Minier, Marcels Sohn, nachdem er sein Ingenieursstudium erfolgreich abgeschlossen hat, den Baumschulbetrieb.
.gif)
Kataloge aus den Jahren
1948, 1958 und 1962
Ab 1939 wird er für den Kriegseinsatz mobilisiert und wirkt aktiv bei der Befreiung Frankreichs mit. Nach Kriegsende baut er bei seiner Rückkehr ins Alltagsleben das Familienunternehmen weiter aus, bis er es innerhalb der darauffolgenden 45 Jahre, in denen er die Betriebsleitung inne hat, völlig umgestaltet hat.
Die Betriebsgrösse steigert sich von anfänglich 20 Hektar mit 45 Arbeitskräften im Jahre 1933 auf einen Grossbetrieb mit mehr als 250 Hektar und 270 Arbeitnehmern im Jahre 1978, bis er dann die Betriebsleitung an seinen Sohn weitergibt.
1968 werden die ersten Containerkulturen eingeführt, die europaweit den gesamten Baumschulsektor und den Markt verändern und schliesslich zur Gründung der ersten Gartencenter führen werden.
Die zunehmende Stadtausdehnung in Angers zwingt zur Verlagerung der Kulturen in die Flussregion des Authions und der Mutterpflanzen nach La Ménitré.

1988, 1996 und 1997
1979 wird der Hauptsitz der Firma in Beaufort-en-Vallée angesiedelt und grosse Containerquartiere mit einem Versandzentrum angelegt.
Im Süden von Angers, in Ste-Gemmes-sur-Loire, bleibt ein zweiter grosser Betriebsteil erhalten, der sich auf die Containerkultur spezialisiert. Dort wird ebenfalls ein Verladezentrum eingerichtet.
Ab 1981 werden zur Gewinnung weiterer Kulturflächen für die wurzelnackte Ware Anbauverträge mit spezialisierten Landwirten geschlossen.
Eine starke Persönlichkeit
Mit seiner starken Persönlichkeit hat Robert Minier die Entwicklung der Baumschule Minier entscheidend beeinflusst. Er hat innovativ auf Technik und Vertrieb gewirkt.
Veraltete Methoden hinter sich lassend, sucht er nach neuen Kunden und entwickelt mit seinem Assistenten Jean Segers den Export. Der im Anjou ansässige Holländer steigt schliesslich zum Verkaufsleiter auf.
Immer seiner Zeit voraus, integriert er technische Neuerungen in den Produktionsablauf. Dadurch konnten die Vermehrungstechniken und -gewächshäuser verbessert werden. Veredlung und Vermehrung durch Absenker wurden durch die einfachere Stecklingsvermehrung ersetzt.
Dabei stand ihm der Produktionsleiter Claude Bellion zur Seite, mit dem er das Pflanzensortiment stets überarbeitete und bereicherte.

Robert Minier
Robert Minier förderte die Entwicklung der Gartenbauforschung im Anjou:
- Durch die Beteiligung an der Gründung des regionalen Labors für Pflanzenphysiologie.
- Durch die Gewinnung weiterer Baumschulkollegen, konnte er an der Gründung des INRA-Labors für die Verbesserung von Ziergehölzen mitwirken. Die INRA (Nationale Forschungsorganisation für Agronomie) in Angers hat sich der Züchtung neuer Gehölzsorten (Forsythia, Zierapfel, Pyracantha), die milionenfach vertrieben werden, verschrieben. Noch heute werden verschiedene Züchtungsprogramme von einigen Baumschulbetrieben mitfinanziert und fortgesetzt.
- Sein Engagement gegenüber der FNPHP (Nationalverband der Gartenbau- und Baumschulproduzenten) äusserte sich durch die jahrelange, aktive Leitung des Rechts- und Baumschulausschusses.
Seine Neigung zur Wissenschaft hat ihm sogar den Rang des Vorsitzenden der Agrarakademie eingebracht.
Die aktuelle Entwicklung
Ende der siebziger Jahre befindet sich der Gartenbau im Anjou in Schwierigkeiten: eine schwache Nachfrage, Inflation der Gehälter und erhöhte Sozialabgaben.
Die Baumschule Minier wird schliesslich auch davon betroffen. Jean-Marc Minier, der Sohn Roberts, findet in der SAFI einen Finanzpartner, der den Familienbetrieb aufkauft.

1989, 1991 und 1997
1984 beginnt die Zusammenarbeit mit der Baumschule Lepage, ein Spezialist für Obstbäume und Moorbeetpflanzen, bis die Firma schliesslich in die Baumschule Minier integriert wird.
Nach und nach wird die Kultur von wurzelnackter Obstbäume von einem breiten Gehölzsortiment in Containerkultur abgelöst, um den Bedürfnissen der Gartencenter gerecht zu werden.
Der Betrieb entwickelt sich weiter positiv, auch wenn die strengen Winter von 1985, '86 und '87 grosse Teile der Kultur einforderten.
1997 wird die Baumschule Minier von der Agrarkooperative CAVAL gekauft. Der neue Besitzer, nach Fusion mit einer weiteren Kooperative, trägt schliesslich den Namen TERRENA und setzt das Werk der Familie Minier fort.
So tritt die Baumschule Minier über die Schwelle ins 21. Jahrhundert und gestärkt durch ihre Geschichte entwickelt und erneuert sie sich im Vertrauen an die Zukunft ihrer Branche weiter.