Zur Neuplanung oder Umgestaltung Ihres Gartens werden Ihnen folgende Ratschläge behilflich sein, Ihren eigenen Garten Eden zu erschaffen.
DEN EIGENEN PARADIESGARTEN ENTWERFEN
Vorlieben und Nutzungsbereiche analysieren

Im Garten der 'Abbaye de Valloire'
Normandie
Zum Entwurf Ihres eigenen Traumgartens ist es wichtig, zuerst die verschiedenen Nutzungsbereiche festzulegen und Prioritäten zu setzen: Der Garten kann Rückzugsort zum Entspannen, ein Wohnzimmer im Freien für Gäste oder ein Spielplatz für Kinder sein. Er kann als Nutzgarten konzipiert werden oder auf die Bedürfnisse von Pflanzen- und Kunstliebhabern ausgerichtet sein. Je nach Ihrer Persönlichkeit, Geschmack und Lebensweise können verschiedene Nutzungsbereiche vereint werden.
Gehen Sie bei Ihren Überlegungen ins Detail. Definieren Sie fehlende und unentbehrliche Gartenkomponenten. Dabei sollte die Bepflanzung (wie Obst- und Gemüsegarten, Steingarten, Beete und Hecken ....) als auch die Bebauung (wie Terrasse, Pergola, Gartenhäuschen, Gewächshaus, Schwimmbecken, Teich, ...) bedacht und praktische Elemente (wie Grill, Wäscheleine, Komposthaufen, Mülleimer, ...) mit einbezogen werden. Die Planung richtet sich nach dem Geldbeutel und die vorhandene Freizeit für die Gartengestaltung und die zukünftige Unterhaltung und Pflege.
Den Gartenplan zeichnen
Für die erfolgreiche Neu- oder Umgestaltung Ihres Garten nehmen Sie sich am besten genügend Zeit, die Gegebenheiten unter verschiedenen Aspekten zu beobachten und zu analysieren: die Grundstücksgrösse, -form, -ausrichtung mit dem Gefälle, die vorhandenen Gebäude, baulichen Elemente und Bepflanzung, das Klima und Microklima sowie die Bodenverhältnisse gehen in die Bestandsaufnahme mit ein und müssen bei der zukünftigen Planung berücksichtigt werden.

Um sich leichter zurechtzufinden, hilft die Erstellung eines Plans, eventuell mit einer eigens für die Gartengestaltung konzipierten PC-Software, oder zeichnen Sie selbst den Bestandsplan Ihres Gartens, indem Sie zuerst eine Skizze anfertigen und anschliessend auf Milimeterpapier übertragen.
- Erstellen Sie zuerst einen Grundriss Ihres Grundstücks. Setzen Sie die vorhandene Bausubstanz ein (wie Gebäude, Terrasse, Wege, Trittsteine, ...) und zeichnen Sie die Passagen ein, die zu berücksichtigen sind.
- Tragen Sie die Himmelsrichtungen ein, dann die sonnigen und schattigen Lagen und ihr Wandel im Tages- und Jahreslauf sowie die vorherrschenden Windrichtungen. Die so bestimmten Zonen des Microklimas helfen bei der richtigen Pflanzen- und Standortwahl.
- Halten Sie unterschiedliche Bodenstrukturen und das Gefälle fest. Die Neigung misst man am besten mit Hilfe von Latten und Pflöcken, die man von einem Punkt am Haus ausgehend in den Garten legt. Die so festgestellte Neigung hilft bei der Planung der verschiedenen Gartenperspektiven, der Platzierung der Gartenelemente und gibt Hinweise auf die Entwässerung.
- Analysieren Sie die verschiedenen Perspektiven vom Haus in den Garten und umgekehrt und berücksichtigen Sie Türen und Fenster in Ihrem Ist-Plan. Notieren Sie erhaltenswerte Ausblicke oder solche, die verdeckt werden sollen. Halten Sie Ausschau nach Fixpunkten, wie ein Kirchturm oder ein schöner Baum, die Ihrem Garten wirkungsvolle Perspektiven verleihen.
- Zeichnen Sie existierende Hecken, Beete, Rabatten und weitere Bepflanzung ein und schätzen Sie deren Spannweite. Erhaltenswerten Pflanzen können mit einer Nummer versehen in eine Legende eingetragen werden..
DER GESTALTUNG FREIEN LAUF LASSEN
Die Umsetzung
Sie haben nun genügend Informationen und Weitblick, um Ihren Ideen Gestalt zu verleihen. Benutzen Sie den vorher gezeichneten Ist-Plan und veranschaulichen Sie sich die verschiedenen Möglichkeiten Ihres Wunschgartens mit Hilfe von Durchzeichnungen Ihres Planes auf Pauspapier, das Sie über den Plan des bestehnenden Gartens legen. Eine sehr gute Hilfestellung geben dabei auch PC-Programme, die zudem bei der Pflanzenwahl behilflich sind und ihre Ideen gut in Szene setzen.
Den richtigen Platz finden
Entsprechend Ihren Prioritäten besteht Ihr Garten aus vielen Lebens- und Nutzungsräumen, die es einzugrenzen und zu plazieren gilt. Zeichnen Sie die Fusswege ein, die die verschiedenen Gartenräume verbinden, und testen Sie deren Schlüssigkeit. Achten Sie auf die Breite der Fusswege und verbinden Sie das Nützliche mit dem Angenehmen: Ein Gemüse- oder Kräutergarten lässt sich gut in der Nähe der Küche plazieren, so macht man sich beim Ernten die Schuhe nicht schmutzig.
Den eigenen Stil umsetzen
Je nach Grösse des Gartens können verschiedene Gartenstimmungen erzeugt werden, die die verschiedenen Gartenthemen logisch organisiert. Scheuen Sie sich nicht davor, besondere Gartenstile, die Ihnen gefallen (wie ein Formaler Garten oder Gartenideen aus anderen Kulturen wie der Japanischer Garten ...) umzusetzen.

'Abbaye de Valloire'
Es empfiehlt sich jedoch, eine Harmonie in der Vielfältigkeit zu erhalten. Ein Garten kann zum Bespiel sehr botanisch, architektonisch oder schlicht gehalten sein oder dahingegen sehr freiwachsend, naturbelassen. Eine anderes Gestaltungsprinzip sieht einen gepflegten und strukturierten Gartenbereich um das Haus vor, wobei die zwanglose gärtnerische Gestaltung und die Natur nach und nach in weiterer Entfernung vom Haus überhand nehmen.
Die beste Pflanzenwahl treffen
Jetzt kommt der schönste Teil der Planung: die Inszenierung der richtigen Gartengäste für Ihr grünes Paradies. Der Erfolg einer Pflanzung beruht auf der richtigen Verwendung der Pflanzen am jeweiligen Standort. Die Berücksichtigung der verschiedenen Standortfaktoren sichert ein gutes Wachstum. Erst in zweiter Linie sollten ästhetische Gesichtspunkte wie das Gartenthema und die Farbgebung in die engere Pflanzenwahl mit einbezogen werden.
Denken Sie daran, dass es für jeden Ihrer Gartenwünsche die richtige Pflanze gibt. Wir wünschen Ihnen viel Spass bei der Suche nach dem verlorenen Paradies! Unsere umfangreiche Pflanzen-Datenbank steht Ihnen dabei mit umfangreichem Rat zur Seite.
Der richtige Standort
Für ein gutes Wachstum und Gedeihen sollten Sie folgende Standortfaktoren berücksichtigen:
- Die Anpassungsfähigkeit an den Lebensraum (wie Gewässer-, Waldrand, Steingarten, ...) unter Einbeziehung des Verwendungszwecks (als Hecke, in Einzelstellung, ...) und des vorherrschenden Gartenstils und -umgebung (Formaler Stadtgarten, ländlicher Bauerngarten, ...)
- Die Faktoren des Regional- und Microklimas (wie Sonneneinstrahlung, Wind, Niederschlag, ...)
- Um die vorhandenen Bodengegebenheiten (sauer/alkalisch, schwer/leicht, feucht/trocken, ...) kennenzulernen, hilft eine Analyse der benachbarten Pflanzungen. Eine Bodenanalyse bestätigt den Säure- oder Kalkgehalt ihres Gartenbodens und hilft, bei Nährstoffmangel die richtige Düngedosis festzustellen.

Moorbeet mit Erica
x darleyensis 'KRAMER'S ROT'
- Die Endgrösse einer ausgewachsenen Pflanze und die Wüchsigkeit müssen im richtigen Verhältnis zu den vorhandenen Platzverhältnissen stehen. Obwohl sich die Endgrösse und die erforderliche Pflege bei einer Neupflanzung nur unzureichend bestimmen lassen, erlaubt die Angabe der Wüchsigkeit, Rückschlüsse auf den Platzbedarf zu ziehen: Eine schnellwüchsige Pflanze wird in kurzer Zeit einen grossen Platz einnehmen und einen unerwünschten Ausblick verdecken, doch müssen regelmässige Schnittmassnahmen vorgesehen werden. Dahingegen ist eine langsam bis mittelmässig wüchsige oder eine kompakte bis zwergige Pflanze für die Verwendung in kleinen Gärten geeignet und verlangt nur gelegentlich nach einem Formschnitt.
Ästhetische Gesichtspunkte
Eine wirkungsvolle Bepflanzung lebt von Ihrer Inszenierung und der Anwendung verschiedener Gestaltungsprinzipien. Möglichst viele Sinne sollen angesprochen werden: Farben sehen, Strukturen anfassen und Düfte riechen.
- Kleine Farbenlehre
Die Farbgestaltung richtet sich zwar in erster Linie nach dem persönlichen Geschmack, doch sollten folgende Verwendungsprinzipien berücksichtigt werden.
Die Farbgestaltung sollte auf die bestehenden baulichen Umgebung abgestimmt sein.
Eine Vielfalt an Gartenstimmungen lassen sich durch eine abwechslungsreiche Abfolge der Farbpalette im Jahreslauf in Form von Blüten, Blätter, Beeren und Rinden gestalten.
Die Farbwahrnehmung variiert nach Standort und Tageszeit.
Im Farbkreis benachbarte Töne harmonieren, gegenüberliegende Töne bilden einen Komplementärkontrast und erzeugen Spannung. Je intensiver die Farbtöne desto sparsamer sollte man sie einsetzen. Pastelltöne dagegen dürfen grosszügiger eingesetzt werden.

Eine gelungene Farbgestaltung
Grün gibt Zusammenhalt bei Verwendung kräftiger Farbtöne.
Blau und Grau geben eine kühle Stimmung wieder, machen Farbtöne weicher und helfen Perspektiven zu steigern. Blau, Violett und Purpurrot heben Rot und Gelbtöne hervor.
Rot und Gelb erzeugen eine warme Stimmung und verkürzen Perspektiven. Sie sollten den Vordergrund beherrschen.
Grau, Schwarz und Weiss heben alle anderen Farbtöne hervor und unterstreichen ihre Gegensätzlichkeit mit den anderen Gartenelementen.
- Anfassen und Riechen
Düfte kommen an Passagen und Ruheplätzen bestens zur Wirkung: Kräuter an der Terrasse sorgen für ruhige Sommerabende, während duftende Blüten an den Wegrändern Sie jedes Mal erfreuen, wenn Sie daran vorbeigehen, sogar während der Wintermonate!
Die Kombination verschiedener Oberflächenstrukturen von Blättern und Rinden lenken nicht nur den Blick, sonder laden auch zum Anfassen ein.
- Die Pflanzung rhythmisieren
Eine rhythmisierte Pflanzung weckt die Neugierde des Betrachters und läd zur weiteren Erkundung ein. Eine goldene Regel ist die Verwendung von 1/3 immergrüner zu 2/3 sommergrüner Pflanzen oder umgekehrt.
Während die Kombination vieler verschiedener Gestaltungsprinzipien verwirrt, wirkt der Einsatz weniger Pflanzenstrukturen eintönig und langweilig. Das richtige Mass an Vielfalt in den Pflanzengemeinschaften richtet sich nach den Platzverhältnissen.

Grasstrukturen
rhythmisieren
Sich wiederholende Muster in einer Pflanzung halten die Gestaltung zusammen, bilden Kontraste und fangen den Blick des Betrachters ein. Herausragende Elemente bilden Fixpunkte, an denen das betrachtende Auge ausruhen kann.
Setzten Sie auf verschiedene Perspektiven und Blickfänge in Ihrem Garten (wie eine Solitärpflanze, das Plätschern eines Wasserfalls, ein gewundener Pfad, der sich in der Bepflanzung verliert, oder eine gut plazierte Statue).
Pflanzen mit einer interessanten Blatt- und Wuchsform oder schöner Struktur im Winter, sowie Gräser und dekorative Rinden sollten gut plaziert werden und helfen beim Rhythmisieren einer Pflanzung.
Es gibt viele Publikationen, die Ihnen bei der Pflanzenwahl behilflich sind. Besonders praxisnah sind Planungshilfen mit Pflanzenlisten, die nach verschieden Gestaltungs- und Verwendungsaspekten gegliedert sind. Viele davon sind in unserem Minier-Handbuch enthalten.